Sonntag, 3. August 2014

Chikungunya, oder wie heisst das schon wieder?


Das Wort Chikungunya heißt der gekrümmt Gehende und stammt ursprünglich aus der Sprache der Makonde (Volk im Südosten von Tansania).



Wie ihr bestimmt in der Zeitung lesen konntet breitet sich in der Karibik das Chikungunya Fieber aus. Epidemie artig zieht es durch Haiti. Schon ganz viele hat es erwischt, zeitweise hatten wir ziemlichen Personalmangel wegen den vielen Ausfällen.



Fieber und Gelenkschmerzen für ein paar Tage und dann ist es überstanden. Das dachten wir zuerst und das konnte man überall so lesen.

Doch viele wurden eines Anderen belehrt.

Fieber, Gelenkschmerzen, Ausschlag, geschwollene Füsse, die ersten Symptome... Manch einer wurde sogar ins Spital eingeliefert, weil die Schmerzen und das Fieber so stark waren. Therapie oder Impfung gibt es bislang keine, mit Paracetamol oder Diclofenac werden die Symptome behandelt.



Doch die Gelenkschmerzen verschwinden nicht so schnell wie angenommen. Viele leiden seit Wochen an den Schmerzen und haben noch immer Mühe mit laufen, einem Glas in der Hand halten oder schreiben. Nur die Schmerzmedikamente bringen eine gewisse Linderung und ermöglichen das Funktionieren im Alltag...



Anfangs dachten viele Haitianer, ja ihr Blancs bekommt das nicht, das trifft nur uns.

Doch als sie merkten, dass es Alle trifft, freuten sie sich fast ein bisschen und amüsierten sich, wenn sie sahen wie gewisse Blancs sich quälten.

Ein Mitarbeiter aus dem OP beschrieb die Krankheit dann so:

„Das ist eine gute Krankheit, es trifft nicht nur uns, es trifft die Armen, die Reichen, les Neg et les Blancs, den Präsidenten und die Arbeitslosen. Das finde ich gerecht.“





Birgit beschrieb die ersten Tage so:

„Ich stelle mir vor, dass sich so eine 80-jährige untrainierte Frau mit Fieber nach einem Marathon fühlt.“

Sie war dann auch meist mit dem Walkingstock unterwegs.

4 Wochen später, noch immer sehr schlecht auf den Beinen beschreibt sie es so:

„75jährige, untrainierte Frau ohne Fieber nach einem Halbmarathon.“









Eine Mitarbeiterin aus dem OP schilderte ihre Erfahrungen so:

„Zum Glück war mein Mann zu Hause. Alleine hätte ich es nie geschafft aus dem Bett zu kommen und auf Toilette zu gehen. Eine frühzeitige Planung ist da Hilfreich.

Ich konnte nicht alleine aufstehen. Für jeden Schritt brauchte ich Hilfe.“



Miguel verbrachte sogar einen Tag im Spital.

„Mein Bruder und ein Kollege mussten mich ins Spital tragen, ich konnte mich nicht auf den Beinen halten und mein Fieber war so hoch, ich zitterte am ganzen Körper.“

Erst nach Paracetamol, Diclofenac und Tramal konnten die Schmerzen und das Fieber so unter Kontrolle gebracht werden, dass er nach Hause konnte.





Ich wünsche Allen gute Besserung und hoffe fest, dass die Symptome ganz schnell abklingen...

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