Das Wort Chikungunya heißt der gekrümmt Gehende und stammt
ursprünglich aus der Sprache der Makonde (Volk im Südosten von Tansania).
Wie ihr bestimmt in der Zeitung lesen konntet breitet sich
in der Karibik das Chikungunya Fieber aus. Epidemie artig zieht es durch Haiti.
Schon ganz viele hat es erwischt, zeitweise hatten wir ziemlichen
Personalmangel wegen den vielen Ausfällen.
Fieber und Gelenkschmerzen für ein paar Tage und dann ist es
überstanden. Das dachten wir zuerst und das konnte man überall so lesen.
Doch viele wurden eines Anderen belehrt.
Fieber, Gelenkschmerzen, Ausschlag, geschwollene Füsse, die
ersten Symptome... Manch einer wurde sogar ins Spital eingeliefert, weil die
Schmerzen und das Fieber so stark waren. Therapie oder Impfung gibt es bislang
keine, mit Paracetamol oder Diclofenac werden die Symptome behandelt.
Doch die Gelenkschmerzen verschwinden nicht so schnell wie
angenommen. Viele leiden seit Wochen an den Schmerzen und haben noch immer Mühe
mit laufen, einem Glas in der Hand halten oder schreiben. Nur die
Schmerzmedikamente bringen eine gewisse Linderung und ermöglichen das
Funktionieren im Alltag...
Anfangs dachten viele Haitianer, ja ihr Blancs bekommt das
nicht, das trifft nur uns.
Doch als sie merkten, dass es Alle trifft, freuten sie sich
fast ein bisschen und amüsierten sich, wenn sie sahen wie gewisse Blancs sich
quälten.
Ein Mitarbeiter aus dem OP beschrieb die Krankheit dann so:
„Das ist eine gute Krankheit, es trifft nicht nur uns, es
trifft die Armen, die Reichen, les Neg et les Blancs, den Präsidenten und die
Arbeitslosen. Das finde ich gerecht.“
„Ich stelle mir vor, dass sich so eine 80-jährige
untrainierte Frau mit Fieber nach einem Marathon fühlt.“
Sie war dann auch meist mit dem Walkingstock unterwegs.
4 Wochen später, noch immer sehr schlecht auf den Beinen
beschreibt sie es so:
„75jährige, untrainierte Frau ohne Fieber nach einem
Halbmarathon.“
Eine Mitarbeiterin aus dem OP schilderte ihre Erfahrungen
so:
„Zum Glück war mein Mann zu Hause. Alleine hätte ich es nie
geschafft aus dem Bett zu kommen und auf Toilette zu gehen. Eine frühzeitige
Planung ist da Hilfreich.
Ich konnte nicht alleine aufstehen. Für jeden Schritt
brauchte ich Hilfe.“
Miguel verbrachte sogar einen Tag im Spital.
„Mein Bruder und ein Kollege mussten mich ins Spital tragen,
ich konnte mich nicht auf den Beinen halten und mein Fieber war so hoch, ich
zitterte am ganzen Körper.“
Erst nach Paracetamol, Diclofenac und Tramal konnten die Schmerzen
und das Fieber so unter Kontrolle gebracht werden, dass er nach Hause konnte.
Ich wünsche Allen gute Besserung und hoffe fest, dass die
Symptome ganz schnell abklingen...

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